Das Stimmfach

Was aber, wenn tatsächlich mal alles technisch gut läuft? Wenn wir es schaffen – ob von Natur aus oder nach harter Arbeit oder beidem – unsere Stimme frei zu entfalten, dann färben wir unsere Stimme nicht mehr in Richtung eines bestimmten Ideals, sondern lassen unseren Körper einfach in seiner authentischsten, natürlichsten Form schwingen. Da hilft dann auch alles Wollen nichts mehr: Wenn unser Körper eine Altstimme beherbergt, dann können wir lange versuchen wie ein Sopran zu klingen, aber es wird uns niemals gelingen – im Gegenteil: Es wird uns wahrscheinlich sogar schaden das „falsche“ Repertoire zu singen. Das Stimmfach ist ein Begriff, der aus der klassischen Musik stammt. Er beschreibt verschiedene Stimmtypen und Stimmfarben. Je nach Stimmfach werden auch typischerweise Partien (Rollen) in Opern vergeben. Die grobe Einteilung lautet:


Männlich Weiblich Tief Bass Alt Mittellage Bariton Mezzosopran Hoch Tenor Sopran

Wichtig ist auch zu wissen, dass die Stimme eines professionellen Sängers nicht danach eingeteilt wird, wo er/ sie singen kann, sondern wo sie am besten klingt. Jeder Sänger wird so ausgebildet, dass seine Stimme einen möglichst großen Umfang hat und damit die Möglichkeit, auf gesunde Weise sehr hoch und sehr tief zu singen. Sein Stimmfach jedoch definiert sich darüber, wo er am aller besten klingt. Bei den Stimmfächern gibt es darüber hinaus auch noch Unterkategorien. Sie geben Auskunft über das Timbre (Stimmfarbe). So kann ein Sopran, der als Stimmfach hoch angesiedelt ist, ein eher dunkles Timbre haben. Der Fachausdruck dafür ist dann z.B. dramatischer Sopran. Im Allgemeinen sind die Übergänge zwischen den Stimmfächern jedoch auch sehr fließend und sie sind eher als Orientierungshilfe und Ideale zu betrachten, denn am Ende ist jede Stimme individuell und kann deswegen immer nur begrenzt in eine Schublade gesteckt werden.

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