Mehr zur Philosophie

Aktualisiert: 23. Apr 2020

Wir praktizieren während des Unterrichts und Übens Ruhe, Sanftheit, Entschlossenheit, Freude und Verständnis und erlernen neue Gewohnheiten, um nach und nach immer intuitiver zu singen. Wim Hof hat eine sehr anschauliche Analogie gebracht:


Unsere Gewohnheiten sind wie Tram-Gleise eingelassen in eine Straße. Wenn man mit dem Fahrrad hineingerät kommt man nur sehr schwer wieder heraus.


Wenn wir üben (egal welche Qualität wir uns auch aneignen möchten!), schaffen wir es nach und nach aus diesem einen Tram-Gleis heraus und haben sogar die Chance bewusst ein neues Gleis zu erschaffen, welches vielleicht hilfreicher und zielführender ist, als jenes, in welchem wir bisher feststeckten und ganz unwillkürlich gefahren sind. Wenn wir es schaffen diese neuen, hilfreicheren Gewohnheiten zu verstärken und irgendwann ganz automatisch in diesem Gleis fahren, brauchen wir einfach nur noch loslassen und intuitiv dem folgen, was wir gerade ausdrücken möchten. Im Gesang gehe ich von einem Schalen-Prinzip aus. Von innen nach außen:


Glaubenssätze Gefühle Gedanken Physischer Körper


Alle Schalen stehen im Austausch und beeinflussen einander. Meine Arbeit mit der Stimme ist vor allem eine physische und gedankliche.

Physisch funktioniert das konkret z.B. so:

• In die Knie gehen, während man ein Glissando von unten nach oben singt oder • Den Mund öffnen, Zunge vorne halten und die Stimmbänder locker lassen während des Singens


Gedanklich funktioniert das vor allem über Bilder und Metaphern, wie z.B.:

• Stelle Dir vor, dass deine Stimme aus Dir fließt wie eine sprudelnde Fontäne oder • Dein Atem fließt wie Dunst und wabert langsam aus deinem Mund heraus • Stell Dir vor, Du hauchst lautlos gegen eine kalte Scheibe oder einen Spiegel


Im Gesang kann unsere Fantasie eine enorme Hilfe sein. Man muss nur wissen, wie man sie am besten nutzt. Nach und nach fasst man Vertrauen: in die eigene Stimme, in mich als Lehrerin und schließlich in sich selbst. Dadurch verbessert sich die Stimme wiederum, denn intuitiv machen wir schon so viel richtig – wenn wir uns nur trauen! Ich gehe davon aus, dass der Körper jetzt schon weiß, wie singen funktioniert. Wir haben uns über die Jahre hemmende Dinge angewöhnt und uns dadurch blockiert. Vielleicht hatten wir großes Talent als wir Kinder waren, aber unsere Eltern haben uns immer wissen lassen, dass wir „nicht so laut sein sollen!“ oder haben uns immer wieder gesagt: „Das klingt ja schrecklich!“. Vielleicht hatten wir viel Talent als Kinder, aber jemand in unserem nächsten Umfeld hatte immer eine heisere Stimme und wir haben, als wir sprechen lernten, nicht nur die Laute, sondern auch den Klang dieser Stimme imitiert. Ich glaube, dass jeder Mensch, der Freude am Gesang hat und lernen will, auch lernfähig ist. Jeder in seinen Möglichkeiten – nicht jeder hat das Zeug zum Profi – aber, dass sich die Stimme verbessert, wenn man übt, ist schlichtweg Fakt.

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